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Glossar

  • Geheime Staatspolizei

    Abkürzung: Gestapo

    Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) war die politische Polizei des NS-Staates und damit ein zentrales Instrument des nationalsozialistischen Terrors. Die Gestapo wurde ab 1933 aus der politischen Polizei der Weimarer Republik gebildet, ab 1939 war sie als Amt IV in das Reichssicherheitshauptamt eingegliedert. In die Zuständigkeit der Gestapo fielen die systematische Bekämpfung von tatsächlichen oder vermeintlichen politischen Gegnern des NS-Regimes, die Verfolgung und Deportation der Juden sowie die Überwachung ausländischer Zwangsarbeiter. Die Gestapo verfügte über weitreichende Exekutivbefugnisse, sie konnte z.B. ohne richterliche Prüfung die sogenannte "Schutzhaft" in Gefängnissen und Konzentrationslager verhängen.

  • Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt

    Abkürzung: GBI

    Der "Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt" (GBI) wurde 1937 als eine Hitler direkt unterstehende Behörde eingerichtet. Die Aufgabe des GBI bestand in der architektonischen Umgestaltung der Reichshauptstadt Berlin im Sinne der nationalsozialistischen Machtrepräsentation. Zum Generalbauinspektor wurde der Architekt Albert Speer ernannt. Im Zuge dieser Aufgaben war der GBI auch an der Vertreibung von Juden aus ihren Wohnungen, ihrer Deportation sowie am Einsatz von Zwangsarbeitern beteiligt.

  • Generalgouvernement

    Die polnischen Gebiete, die nicht unmittelbar in das Reichsgebiet eingegliedert wurden, wurden als Generalgouvernement bezeichnet (Distrikte Warschau, Lublin, Radom, Lemberg und Krakau). Sie unterstanden einer gesonderten Verwaltung.

  • Germanisierung

    Germanisierung bezeichnet die zwangsweise Verbreitung der deutschen Sprache, Bevölkerung und Kultur. Während der NS-Zeit hatte die Germanisierung vor allem einen rassistischen und nicht nur einen nationalen Hintergrund. Sie diente der Verbreitung der so genannten "bioglogisch höherwertigen" arischen Rasse. "Volksdeutsche" wurden in den besetzten Gebieten angesiedelt (entsprechend der Ideologie vom neuen "Lebensraum im Osten"), Minderheiten wurden vertreiben, in Lager gesperrt oder ermordet und die einheimische Sprache und Kultur unterdrückt.

  • Gestapa Berlin

    Das Geheime Staatspolizeiamt (Gestapa) Berlin war die Zentrale der reichsweiten Gestapo.

  • Ghetto

    Bezeichnung für ein Wohngebiet, in dem Juden getrennt von der restlichen Bevölkerung leben mussten. Die nationalsozialistischen Ghettos dienten als Übergangslösung zur Konzentration und Ausbeutung der Juden vor der systematischen Tötung im Rahmen der so genannten "Endlösung". Der Alltag in den Ghettos war geprägt von Angst, Hunger, Krankheit, Seuchen und Tod. Die meisten Ghettos wurden nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges in Polen, den baltischen Ländern und den besetzten Gebieten der Sowjetunion errichtet. Die größten Ghettos befanden sich in Warschau, Lodz und Lemberg.

  • Gleichschaltung

    Beschreibt die flächendeckende Angleichung aller gesellschaftlichen und kulturellen Bereiche an die Ideologie des Nationalsozialismus. Sie begann im Frühjahr 1933 unmittelbar nach der Machtübernahme durch die NSDAP.

  • Grabermittlung

    Die Aufgabe der Grabermittlung beim International Tracing Service fand vorrangig in den 1950er Jahren statt und umfasste vor allem die Zusammenführung verschiedener, aus den Dokumenten ersichtlicher Informationen und Hinweise zu Gräbern und unidentifizierten Toten, wie den Fundort eines Grabes, festgestellte Häftlingsnummern an der Kleidung oder Todesmarschrouten.

  • Gruppe P.P.

    Die Abkürzung P.P steht für „Prisons and Persecution“ (Gefängnisse und Verfolgung) und verweist im ITS-Archiv auf einen Bestand, der vornehmlich Informationen zur Inhaftierung und Verfolgung von Menschen außerhalb von Konzentrationslagern enthält.