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Glossar

  • Kinder- und Jugenderziehungslager

    siehe Jugendschutzlager

  • Kindersuchdienst

    Der Kindersuchdienst, auch Child Search Branch genannt, wurde 1945 innerhalb der UNRRA als gesonderte Abteilung eingerichtet, die auch bei den Nachfolgeorganisationen der UNRRA fortbestand. Ihre zentrale Aufgabe war die Suche nach vermissten und die Erstversorgung von unbegleiteten Kindern, die während des Nationalsozialismus verfolgt worden waren. Im September 1950 wurde der Kindersuchdienst räumlich und organisatorisch in den International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen integriert, wo er bis heute mit geänderten Tätigkeitsschwerpunkten tätig ist.

  • Konzentrationslager

    Abkürzung: KZ

    Während ihrer Herrschaft errichteten die Nationalsozialisten mindestens 24 KZ-Stammlager, denen ein umfassendes Netz von Außen- und Nebenlagern organisatorisch unterstellt war. Die Konzentrationslager dienten der Unterdrückung von Minderheiten und politischen Gegner, der Ermordung von Millionen Menschen und der Ausbeutung durch Zwangsarbeit.

  • Kriegsgefangene

    Kriegsgefangene der alliierten Armeen wurden durch die Nationalsozialisten vielfach zur Zwangsarbeit eingesetzt. Im ITS befinden sich ausschließlich Unterlagen über diese Kriegsgefangenen-Arbeitseinsätze. Auskünfte und Nachforschungen zu Kriegsgefangenen im Allgemeinen können nicht geleistet werden.

  • Kriegsgerichtsverfahren

    Der ITS verwahrt in seinem Archiv Kopien von Unterlagen zu Kriegsgerichtsprozessen und Militärtribunalen, darunter die Nürnberger Prozesse. Letztere waren eine Serie von Prozessen, die die Alliierten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zur Aburteilung der politischen, militärischen und ökonomischen NS-Elite durchführten. Darüber hinaus befinden sich im Archiv des ITS einige wenige Dokumente aus der Kriegszeit zu Prozessen gegen Hilfswillige aus den von Deutschland besetzten Gebieten.

  • Kriegszeitdokumente

    Eine im ITS bis 2007 genutzte Bezeichnung für den Bestand der Hauptgruppe 2, der verschiedenartige Nachweise über den Aufenthalt von Personen vorwiegend nichtdeutscher Staatsangehörigkeit zwischen 1939 und ca. 1947 enthält. Die Bezeichnung rührt daher, dass es sich bei dem Personenkreis vornehmlich um Zwangsarbeiter handelt, die während der Kriegszeit eingesetzt wurden.

  • KZ-Friedhöfe

    Friedhöfe, häufig mit entsprechenden Gedenksteinen, in denen Insassen aus den deutschen Konzentrationslagern begraben liegen. Häufig stehen die KZ-Friedhöfe in Zusammenhang mit den Todesmärschen, auf die die Häftlinge kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges gezungen wurden. Die Leichen wurden entlang der Todesmarschrouten geborgen und auf dem Gelände der ehemaligen KZs oder in speziellen KZ-Grabstätten beerdigt. Die Alliierten haben auch die toten ehemaligen Häftlinge auf KZ-Friedhöfen beerdigt, die kurz vor oder nach der Befreiung starben. Die SS hat ihre Opfer nicht beerdigt, sondern die Leichen verbrannt und die Asche auf umliegenden Feldern verstreut oder vergraben.