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Glossar

  • Polizeihaftlager

    Die von den Nationalsozialisten in den besetzten Gebieten eingerichteten Polizeihaftlager und Polizeigefängnisse waren in ihrer Struktur und Funktion sehr unterschiedlich. Sie sind schon deswegen schwer zu definieren, weil sie keiner einheitlichen Verantwortung unterstellt waren. In Norwegen, den Niederlanden, im „Reichskommissariat Ostland“ sowie im „Reichskommissariat Ukraine“ unterstanden sie in der Regel der jeweiligen deutschen Zivilverwaltung, wohingegen sie in Belgien, Frankreich, Serbien und Griechenland der Militärverwaltung, in ost- und südosteuropäischen Ländern dem jeweiligen Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD, in Kroatien und Italien den jeweiligen nationalen Behörden unterstellt waren. Die Polizeihaftlager unter deutscher Verwaltung in den besetzten Gebieten wurden unter unterschiedlichen Bezeichnungen geführt. Die Bezeichnungen weisen auf die Funktionen des Lagertyps hin, wie beispielsweise „Auffanglager“, „Durchgangslager“ oder „Sammellager für Juden“.

  • Polizeiliches Durchgangslager

    siehe Polizeihaftlager

  • Protektorat

    Das Protektorat Böhmen und Mähren war eine formal autonome Verwaltungseinheit, die am 16. März 1939 proklamiert und völkerrechtswidrig in das damalige "Großdeutsche Reich" einbezogen wurde. De facto handelte es sich um eine Annexion, die bis zur deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945 Bestand hatte.