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Ausstellung #StolenMemory in Innsbruck

Rund 200 persönliche Gegenstände von KZ-Häftlingen hat der International Tracing Service (ITS) bereits an Familien zurückgegeben. Für knapp 3.000 NS-Verfolgte sucht der ITS noch nach Angehörigen. Die Ausstellung #StolenMemory informiert über diese Kampagne des ITS. Nach der Eröffnung am 2. Oktober 2018 ist die Ausstellung bis Jahresende in Innsbruck zu sehen.  

Poster mit den Namen von Menschen und Fotos von den Gegenständen, die sie bei ihrer Verhaftung durch die Nationalsozialisten bei sich trugen, sind ab dem 2. Oktober 2018 in Innsbruck zu sehen. Taschen- und Armbanduhren, Ringe, Brieftaschen, Familienfotos, auch Alltägliches wie Kämme öffnen ein kleines Fenster in ihr Leben vor der Verfolgung. Die Plakate geben einen Überblick über die Schicksale der Menschen – auf der Basis der im ITS-Archiv vorliegenden Dokumente. Der Großteil der Gegenstände gehörte inhaftierten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern, überwiegend aus Polen, der Ukraine und Russland. Sie stammen aus dem Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg sowie aus Dachau und einige wenige Gegenstände aus Bergen-Belsen.

Die Ausstellung #StolenMemory ist Teil einer Kampagne, die der ITS gestartet hat, um Angehörigen die persönlichen Gegenstände aushändigen zu können. „Einige der Plakate erzählen, was es den Menschen bedeutet, die Erinnerungsstücke in den Händen zu halten“, erklärt ITS-Direktorin Floriane Azoulay. „Der andere Teil zeigt Gegenstände, zu denen wir noch nach Angehörigen suchen. Wir können sie umso schneller zurückgeben, je mehr Menschen uns bei der Suche unterstützen.“

Gegenstände von KZ-Häftlingen aus Österreich

In den vergangenen Monaten hat der ITS, unterstützt durch das Österreichische Rote Kreuz, intensiv nach den Familien von knapp 20 KZ-Häftlingen aus Österreich gesucht und auch einige gefunden. Die meisten waren als „Berufsverbrecher“ oder „Asoziale“ in Konzentrationslager deportiert worden. Verurteilungen wegen kleiner Delikte oder Arbeitslosigkeit reichten aus, um in sogenannte Schutzhaft genommen zu werden. Auch konnte die Zuordnung in eine Häftlingskategorie willkürlich sein, um eine Person besonders zu demütigen. Die Stigmatisierung ist für Angehörige bis heute oft schmerzhaft und mit Scham behaftet. Deshalb gibt es diese Häftlingsgruppen kaum in der Ausstellung – die meisten Familien möchten damit nicht an die Öffentlichkeit treten.

In einem Fall konnte der ITS dem Sohn eines als „Kommunist“ inhaftierten Mannes dessen persönliche Gegenstände zurückgeben. Auch er wollte nicht, dass davon berichtet wird: Die Familie habe aufgrund der KZ-Inhaftierung des Vaters viele Jahre unter Ausgrenzung gelitten. Diese spät verheilten Wunden wolle er im aktuellen politischen Klima in Österreich nicht wieder aufreißen.

Alle Infos zur Ausstellung

Eröffnung: 

02. Oktober 2018 im Institut für Archäologien in der Universität Innsbruck, um 19.00 Uhr

Öffnungszeiten: 

Montag bis Freitag 8.00 bis 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Die Ausstellung ist bis Ende Dezember 2018 zu sehen.

www.stolenmemory.org

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