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Nach 1936: Olympia-Athleten im Widerstand

Die Olympischen Spiele sollen Nationen in fairen Wettkämpfen vereinen. 1936 fanden die Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen statt. Die NS-Propaganda wollte Deutschland als weltoffen inszenieren und nutzte die Winterspiele als Generalprobe für die Sommerspiele in Berlin. Befürworter eines Boykotts konnten sich nicht durchsetzen. Auf anti-jüdische Aktionen verzichtete das NS-Regime während dieser zwei Wochen.

Sportler, die in Garmisch-Partenkirchen dabei waren, leisteten später Widerstand gegen die Nazis – mit schweren Folgen. Einer von ihnen war der norwegische Skispringer und Goldmedaillen-Gewinner Birger Ruud. Nach der Besetzung Norwegens durch die Deutschen sollte er mit seiner Beliebtheit für den Nationalsozialismus werben. Er stand jedoch dem Widerstand nahe und weigerte sich. 1943 deportierten ihn die Nazis in das Konzentrationslager Grini bei Oslo. Er überlebte.

Anders der polnische Skifahrer Bronisław Czech. Nach der Besetzung Polens boten ihm die Deutschen an, als Trainer zu arbeiten. Doch auch er war ein Gegner des Regimes. Er unterstützte die polnische Heimatarmee als Kurier. 1941 deportierten ihn die Nationalsozialisten in das Konzentrationslager Auschwitz, als einer der ersten Häftlinge – Nummer 349. Drei Jahre später starb er dort.

Im Archiv des ITS befinden sich Dokumente, die über den Verfolgungsweg der beiden Sportler Auskunft geben.