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Ausstellungseröffnung in Dachau

Beim International Tracing Service (ITS) werden bis heute knapp 3000 persönliche Gegenstände von ehemaligen KZ-Häftlingen verwahrt. Vierzehn dieser sogenannten Effekten hat der ITS der KZ-Gedenkstätte Dachau zur Verfügung gestellt, wo sie ab dem 5. Dezember in der neu konzipierten Schubraum-Ausstellung zu sehen sein werden. 

Die in das Konzentrationslager eingelieferten Häftlinge erlebten im sogenannten Schubraum eine traumatische Aufnahmeprozedur. Sie erhielten den Befehl von der SS, sich nackt auszuziehen und ihre Kleidung sowie alle persönlichen Gegenstände abzugeben. Zwischen den Raumpfeilern in der Mitte des Schubraumes befanden sich Tische, hinter denen von der SS eingesetzte KZ-Gefangene arbeiten mussten. Diese nahmen die Habseligkeiten der Neuankömmlinge entgegen, verzeichneten sie und verwahrten sie als sogenannte Effekten. Die SS überwachte das Verfahren.

Die heutige Gestaltung des Ausstellungsraumes greift die räumliche Aufteilung des historischen Schubraums auf. An der Stelle der Tische befinden sich nun zwei Vitrinenreihen, die einer umfassenden Neukonzeption unterzogen wurden. Auf der Seite der Neuankömmlinge sind Effekten mit Kurzbiografien ihrer ehemaligen Besitzer präsentiert. Auf der Seite der Administration werden die Verwaltungsabläufe sowie Fälle der persönlichen Bereicherung durch die SS dargestellt und verantwortliche SS-Männer benannt.

Die neue Ausstellung wird eröffnet am 5. Dezember 2018 um 19 Uhr im ehemaligen Schubraum, Hauptausstellung der KZ-Gedenkstätte Dachau.

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