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Filmvorführung: „Verbrechen Liebe“

Von der Liebe zwischen polnischen Männern und deutschen Frauen in der NS-Zeit handelt der Film „Verbrechen Liebe“, den der Journalist Thomas Muggenthaler am 16. März 2017 beim International Tracing Service (ITS) zeigt.

„Ich habe ihn geliebt“, sagt Helene Wimmer aus Niederbayern über Kazimierz Rafalski, einen polnischen Zwangsarbeiter. Doch solche Liebesbeziehungen waren in der NS-Zeit streng verboten. Deshalb wurden beide in Konzentrationslager verschleppt – sie nach Ravensbrück, er nach Flossenbürg, in das Außenlager Hersbruck.

Viele Polen bezahlten ihre Liebe mit dem Leben. Sie wurden in der Nähe der Dörfer hingerichtet, in denen sie gearbeitet hatten. Die Gestapo organisierte die Exekutionen. In Bayern führten Kommandos aus den Konzentrationslagern Dachau und Flossenbürg diese Hinrichtungen durch. Fünf Fotos dokumentieren eine dieser Exekutionen. Sie zeigen, wie Julian Majka in Michelsneukirchen im Landkreis Cham am 18. April 1941 hingerichtet wurde – wegen seiner Liebe zu einer Deutschen.

„Schade, dass ich ihn nicht kennenlernen durfte“, sagt Maria Heinlein aus Schönberg im Bayerischen Wald über ihren Vater, den polnischen Zwangsarbeiter Stanislaw Kuzma, der vermutlich in einem KZ gestorben ist. Maria Heinlein ist eines der Kinder aus diesen Beziehungen, die nach Jahren ihr Schwiegen brechen. 

Thomas Muggenthaler und Andrea Mocellin drehten diese eindringliche Dokumentation, die mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Thomas Muggenthaler. Für seine Arbeit über das Schicksal dieser Zwangsarbeiter hat der Journalist auch beim ITS angefragt und viele Hinweise erhalten.

Thomas Muggenthaler zeigt seinen Dokumentarfilm: „Verbrechen Liebe“ mit Einführung und anschließender Diskussion

Donnerstag, 16. März 2017, 18.30 Uhr 
International Tracing Service (ITS)
Große Allee 5-9
34454 Bad Arolsen

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist kostenlos. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Hier finden Sie weitere Informationen über den Film.