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Fortbildung: Displaced Persons im Geschichtsunterricht

Als Displaced Persons (DPs) bezeichneten die Alliierten die Überlebenden des Holocaust, der Zwangsarbeit und der während der Zeit des Nationalsozialismus aus ihren Herkunftsländern in Lager verschleppten und verfolgten Menschen. Mehr als 10 Millionen Displaced Persons aus ganz Europa, darunter auch Kinder und Jugendliche, wurden von den Alliierten bei der  Befreiung vorgefunden.

Die Zurückführung in die Ursprungsländer war jedoch nicht für alle DPs möglich, zudem lösten Antisemitismus, Übergriffe und Pogrome 1945-1946 eine Massenflucht von osteuropäischen Juden in die westlichen Besatzungszonen aus. Die Fürsorge der alliierten Hilfsorganisationen galt diesen Menschen. Für die über zwei Millionen Displaced Persons wurden in den westlichen Besatzungszonen Camps eingerichtet, die Überlebenden als Transitraum bis zur Entscheidung über die mögliche Emigration in ein anderes Land dienten. Solche Camps gab es auch in der Region Nordhessen. Das jüdische DP-Camp (DP-Camp 95-443 Ziegenhain) in Trutzhain ist eines davon.

In der gemeinsam von der Gedenkstätte und des Museums Trutzhain und dem International Tracing Service (ITS) organisierten Fortbildung erhalten die Teilnehmenden einen Überblick über das Thema und konkrete Anregungen für den Unterricht.

Die Teilnehmenden lernen den historischen Ort kennen und setzen sich mit ausgewählten historischen Dokumenten mit der Situation der Displaced Persons auseinander. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die gewöhnlich wenig beachtete Zeit nach der Befreiung, die von der Suche der Überlebenden nach Orientierung und Plänen für die Zukunft geprägt war. Welche Perspektiven gab es für die Überlebenden des Holocaust? Wie war ein Neubeginn möglich und in welchem Land sahen diese Menschen ihre Zukunft? Wie bestimmte die Erfahrung der Verfolgung das weitere Leben? Wie sah das Leben in den Camps aus? Wie war das Verhältnis der Deutschen und der Displaced Persons?

Diese und weitere Fragen werden diskutiert und didaktische Zugänge zum Thema Displacement und zur Situation der jüdischen Überlebenden nach dem Holocaust erarbeitet. Eine zentrale Grundlage bilden dabei Dokumente der alliierten Fürsorgeorganisationen aus der unmittelbaren Nachkriegszeit.

Die Fortbildung richtet sich an Lehrer und Lehrerinnen sowie Pädagogen und Pädagoginnen in schulischen und außerschulischen Bildungseinrichtungen.

Datum:

Dienstag, 24. Oktober 2017 10:00 bis 17:00

Ort:

Gedenkstätte und Museum Trutzhain
Seiler Weg 1
34613 Schwalmstadt-Trutzhain

Anmeldung für Lehrerinnen und Lehrer:

akkreditierung.hessen.de/web/guest/catalog/detail

Anmeldung außerschulische Bildungseinrichtungen:

Manuela Bielefeld

International Tracing Service
Große Allee 5-9
34454 Bad Arolsen

E-Mail: education@its-arolsen.org

Tel.: 05691-629 323

Anmeldeschluss:

Montag, 2. Oktober 2017

Teilnahme nur am Nachmittag ist auf Anfrage möglich.

Die Veranstaltung wird als Fortbildung bei der Hessischen Lehrkräfteakademie akkreditiert.