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Internationale Konferenz beim ITS

Bad Arolsen, 04. Oktober 2018: In der internationalen Forschung um die Bewältigung der NS-Verbrechen gibt es ein Thema, das bislang kaum beleuchtet wurde: Die Suche und Dokumentation von Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung. Um diese Lücke zu diskutieren, veranstaltet der International Tracing Service (ITS) am 8. und 9. Oktober 2018 die Konferenz „Tracing and Documenting Victims of Nazi Persecution: History of the International Tracing Service (ITS) in Context”.

Von der frühen Suche nach Personen und Dokumenten ab 1944/45 bis hin zur Onlinestellung von Dokumenten, die eine Spurensuche von jedem Ort weltweit möglich macht: Die Suche und Dokumentation von Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung ist auch nach mehr als sieben Jahrzehnten ein aktuelles Thema. Jetzt wird die kulturhistorische Dimension dieser Aufgabe erstmals im Rahmen einer wissenschaftlichen Konferenz diskutiert. Der ITS hat Experten aus zahlreichen Ländern eingeladen, um an zwei Tagen die Rolle von Suchdiensten und Archiven im Zusammenhang mit der Bewältigung der NS-Verbrechen zu beleuchten. „Wir möchten den Anstoß zur Erforschung der Geschichte von Tracing und Documenting geben, nicht nur beim ITS, sondern breit gedacht – als eines der Felder, das von der Forschung noch kaum betrachtet wurde“, erläutert Henning Borggräfe, Leiter Forschung und Bildung beim ITS.

Rund 120 Gäste aus zwölf Ländern haben sich angekündigt, unter anderem aus Deutschland, Australien, England, Israel, Polen, Spanien und den USA. Die Konferenz findet am Standort des ITS im nordhessischen Bad Arolsen statt. Dort trafen sich vor genau 70 Jahren Suchbüros aus verschiedenen europäischen Staaten mit dem damals neu gegründeten ITS zu einer Konferenz über die Organisation der Suche.

Die Konferenz steht im Zusammenhang mit einer ersten Dauerausstellung über die Geschichte des ITS, die in Vorbereitung ist und im Frühjahr 2019 in Bad Arolsen eröffnet werden wird. Die Konferenz und die Ausstellung werden den Zeitraum vom Beginn der alliierten Suchaktivtäten am Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Gegenwart in den Blick nehmen.

Die Beiträge und Ergebnisse der Konferenz veröffentlicht der ITS im kommenden Jahr in einem Sammelband. Wer sich für die Konferenz interessiert, findet bei Twitter unter dem Hashtag #its_history ab dem 8. Oktober aktuelle Infos und kann darüber auch mitdiskutierten und Fragen stellen.

Hier finden Sie das Konferenzprogramm und den Flyer zur Veranstaltung.