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Ausstellung „BücherZeugen“ eröffnet

Der Internationale Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen hat gestern zusammen mit dem Verein Historicum 20 und dem Museum der Stadt Bad Arolsen die Ausstellung „BücherZeugen“ eröffnet. In der Ausstellung wird eine Auswahl an bemerkenswerten Büchern aus der Bibliothek des ITS präsentiert. Darunter sind Publikationen, die bereits unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entstanden und die Auseinandersetzung mit der NS-Verfolgung begannen. „Es sind erste Versuche, sich zu erinnern und das Geschehen festzuhalten. Diese Bücher sind wichtige Wissensspeicher und Erinnerungsträger“, sagte Dr. Susanne Urban, Bereichsleiterin Forschung beim ITS. Die Ausstellung wird bis zum 15. Dezember 2010 im Historicum 20 in Bad Arolsen zu sehen sein.

Unmittelbar nach der Befreiung begannen einige Überlebende aus den Konzentrationslagern und der Zwangsarbeit, ihre Erlebnisse niederzuschreiben oder sich mit der NS-Verfolgung auseinander zu setzen. Der ITS birgt in seiner Bibliothek eine Reihe dieser frühen Publikationen, so etwa eine 1944 erschienene Reihe über die Judenverfolgung in Polen oder ein 1946 im Lager für Displaced Persons Bergen-Belsen gedruckter Fotoband über den Holocaust. „Diese frühen Werke zeugen von den Verbrechen der Nationalsozialisten, aber auch von der Ohnmacht und Wut der Opfer“, so Urban. „Sie machen deutlich, dass der Holocaust öffentlich geschah und das Bedürfnis nach Erinnerung nicht allein ein Phänomen unserer Zeit ist.“

Um den Besuchern der Ausstellung die Bücher nahe zu bringen, haben sich Mitarbeiter aus den an der Ausstellung beteiligten Institutionen jeweils eines Buches angenommen und einen Text dazu verfasst. „Ich war überrascht und berührt, was für interessante Bücher es beim ITS zu entdecken gibt“, sagte Dr. Birgit Kümmel, Leiterin des Museums Bad Arolsen. „Deshalb freuen wir uns sehr, diese Ausstellung gemeinsam präsentieren zu können.“ Die Präsenzbibliothek des ITS, aus der die Publikationen der Ausstellung stammen, ist öffentlich und kann von Forschern, Schülern, Studenten und Interessierten genutzt werden. Sie umfasst etwa 4500 Werke zum Thema NS-Verfolgung, wobei der Fokus auf der Perspektive der Opfer liegt.

Die Ausstellung „BücherZeugen“ im Historicum 20, Dr.-Georg-Groscurth-Straße 1 (im ehemaligen Stabsgebäude der Kaserne), in Bad Arolsen, steht Besuchern bis zum 15. Dezember 2010 mittwochs und samstags von 14.30 bis 17.00 Uhr sowie nach Vereinbarung offen. Eine Anmeldung beim ITS ist dazu erforderlich. Telefon: 05691 629-159, E-Mail: its@its-arolsen.org.