a A

Ausstellung über Hitler-Attentäter Georg Elser

Der Internationale Suchdienst (ITS/International Tracing Service) hat gestern Abend in Bad Arolsen eine Ausstellung über den Hitler-Attentäter Georg Elser eröffnet. Am 8. November 1939 hatte Elser den Diktator Adolf Hitler durch ein Attentat in München töten und so die Ausweitung des von Deutschland begonnenen Krieges verhindern wollen. „Er hätte wie Millionen andere wegsehen können. Doch Elser tat es nicht“, sagte Susanne Urban, Bereichsleiterin Forschung beim ITS. „Hinter ihm stand keine Partei, keine Ideologie und keine Kirche. Allein wollte er das nationalsozialistische Deutschland aufhalten.“ Die Ausstellung „Ich habe den Krieg verhindern wollen" mit 29 Schautafeln wird bis zum 27. Mai 2011 zu sehen sein.

Seit Herbst 1938 hatte Elser seine Tat geplant. Er wusste, dass Hitler regelmäßig am 8. November zum Jahrestag seines Putschversuches von 1923 im Münchener Bürgerbräukeller sprach. Der Schreiner verschaffte sich Zugang zum Veranstaltungsraum und installierte dort in nächtelanger Arbeit einen Sprengkörper mit Zeitzünder. „Elsers geistige Unabhängigkeit half ihm, das Unrecht und die Tyrannei des Nationalsozialismus zu erkennen“, sagte Urban. „Widerstand konnte jeder Mensch leisten.“ Hitler verließ wenige Minuten vor der Explosion den Versammlungssaal und entging so dem Anschlag.

Elser selbst wurde bereits eine Stunde vor der Explosion in Konstanz auf der Flucht Richtung Schweiz festgehalten und wegen seines verdächtigen Tascheninhalts der Gestapo übergeben. Nach langen Verhören gestand er Tage später das Attentat. Fünf Jahre wurde er in völliger Isolation im KZ Sachsenhausen festgehalten. Am 9. April 1945 erschossen ihn die Nationalsozialisten im KZ Dachau. „Es ist wichtig, dass wir den Ereignissen ein Gesicht geben“, sagte der Bad Arolser Bürgermeister Jürgen van der Horst bei der Eröffnungsfeier. „Der ITS als Treuhänder des bedeutendsten Archivs über die NS-Verfolgung leistet mit seiner Ausstellungsreihe einen Beitrag zur Erinnerungsarbeit.“

In der Ausstellung sind Bilder aus Privatbesitz zu sehen, die den Menschen Georg Elser in seinem lebensgeschichtlichen Umfeld zeigen. Die Planungen für das Attentat werden ebenso behandelt wie die Haft und die Darstellung des Attentats nach 1945. Elser wurde oft als Werkzeug der verschiedensten Auftraggeber diffamiert. Heute können seine Alleintäterschaft und seine politisch-moralische Motivation nicht mehr bezweifelt werden. Die Dokumentation der Gedenkstätte Deutscher Widerstand Berlin und der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg wurde realisiert mit Förderung der Landesstiftung Baden-Württemberg.

"Ich habe den Krieg verhindern wollen"
Georg Elser und das Attentat vom 8. November 1939
Dauer der Ausstellung: 11. März bis 27. Mai 2011
Ausstellungsort: Internationaler Suchdienst,
Schlossstraße 10, 34454 Bad Arolsen
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 9.00 bis 16.30 Uhr,
Samstag, 9. April und 30. April, 10.00 bis 14.00 Uhr
Der Eintritt ist kostenlos.

Führungen nach Vereinbarung
Anmeldung beim ITS unter
Telefon: 05691 629 -159 oder Email
Weitere Informationen unter:
www.georg-elser.de