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Ausstellung zu Todesmärschen eröffnet

Der Internationale Suchdienst (ITS/International Tracing Service) hat gestern Abend in Bad Arolsen eine Ausstellung zu den Todesmärschen aus Konzentrationslagern eröffnet. „Sie ist der Schlussakkord eines zweijährigen Forschungsprojekts zu diesem Thema“, erläuterte Dr. Susanne Urban, Bereichsleiterin Forschung und Bildung beim ITS. „Wir haben unser Wissen verdichtet in diese Ausstellung einfließen lassen. Sie gibt Einblicke in die Dokumentenbestände, Einzelschicksale und das Empfinden Überlebender.“ Die Ausstellung „Die Todesmärsche in den Dokumenten des International Tracing Service (ITS)“ wird bis zum 15. März 2013 zu sehen sein.

Die Todesmärsche gelten als das letzte organisierte Massenverbrechen des nationalsozialistischen Deutschland. Auf der Flucht vor den heranrückenden alliierten Truppen hatte die SS gemeinsam mit Polizeikräften und freiwilligen Helfern Tausende Häftlinge ins Landesinnere getrieben und scheinbar wahllos ermordet. „Unser Augenmerk liegt bei der Ausstellung auf den gequälten Menschen, die auf diese Märsche getrieben wurden. Ihrer wollen wir erinnern“, so Urban. Insgesamt umfasst die Ausstellung sieben Banner und drei Lesemappen. Sie ist als Wanderausstellung konzipiert worden, die anschließend auch in anderen Orten gezeigt werden soll.

Zu den präsentierten Beständen aus dem Archiv des ITS zählt etwa das 1946 gestartete Programm der Alliierten zur Identifizierung der Toten, mit dessen Hilfe die eilig vergrabenen Opfer wieder einen Namen erhalten sollten. Außerdem werden drei Einzelschicksale dargestellt, wie das des deutschen Sinto Karl Franz. Er war nach seiner Verschleppung ins KZ Auschwitz und Buchenwald auf einem Todesmarsch ermordet und als namenloses Opfer auf einem Friedhof im bayerischen Demeldorf beerdigt worden. Anschaulich schildert die Ausstellung auch die Erfahrungen der Überlebenden anhand von Zitaten und Erlebnisberichten. Während der Ausstellungszeit in Bad Arolsen stehen zusätzlich eine Leseecke in der Bibliothek sowie ein PC für die eigene Recherche in der Datenbank des ITS zur Verfügung.

Ausstellung:
"Die Todesmärsche in den Dokumenten des International Tracing Service (ITS)"
10. Oktober 2012 bis 15. März 2013
montags bis donnerstags in der Zeit von 9.00 bis 12 Uhr sowie von 14.00 bis 17.00 Uhr
und freitags von 9.00 bis 12.00 Uhr
Internationaler Suchdienst (ITS)
Gebäude Große Allee 23/1. OG
34454 Bad Arolsen