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Bundesministerin Zypries beeindruckt von Veränderung

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat sich heute bei einem zweistündigen Besuch einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen beim Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen verschafft. Im Mittelpunkt ihres Interesses standen die Möglichkeiten der Forschung und die Digitalisierung des Dokumentenbestandes. „Mit der Öffnung des Archivs hat der Internationale Suchdienst an Bedeutung gewonnen“, sagte Zypries. „Er leistet eine unverzichtbare Arbeit bei der Dokumentation der Verbrechen des Nationalsozialismus. Ich bin sicher, dass der ITS alle Herausforderungen der Zukunft meistern wird.“

Bundesjustizministerin Zypries hatte im April 2006 die Zustimmung der Bundesregierung zur Öffnung des Archivs für die Forschung verkündet. Jetzt wollte sie sich persönlich ein Bild von den Veränderungen machen, die sich seitdem vollzogen haben. „Ich bin beeindruckt, was sich seit meinem letzten Besuch 1999 getan hat und freue mich über die positive Entwicklung“, so Zypries. „Der ITS begleitet aktiv und mit großer Offenheit den Wandlungsprozess von einem Suchdienst zu einem wissenschaftlichen Archiv.“

Während ihres Besuchs führte die Bundesministerin Gespräche mit der Geschäftsleitung und besichtigte das Archiv. Sie machte sich auch mit dem Verlauf der Digitalisierung und der Erschließung der Dokumente für die Forschung vertraut. Der ITS scannt derzeit seinen gesamten Archivbestand von rund 30 Millionen Dokumenten. In einem weiteren Großprojekt sollen Findmittel erstellt werden, die einen Zugang zu den Dokumenten im Hinblick auf alle historischen Fragestellungen ermöglichen. „Wir begrüßen das Interesse der Bundesregierung am Internationalen Suchdienst und wünschen uns eine aktive Rolle Deutschlands im Rahmen der Debatte um die Zukunft der Einrichtung“, sagte ITS-Direktor und IKRK-Delegierter Jean-Luc Blondel.

Die Diskussion über eine Neuausrichtung des ITS ist im Mai vergangenen Jahres begonnen worden, nachdem das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) seinen Rückzug aus der Leitung der Einrichtung angekündigt hatte. Die Mitglieder des Internationalen Ausschusses, die die Arbeit des ITS beaufsichtigen, streben einen neuen Vertrag über die Aufgaben des ITS an. Dieser soll die Bonner Verträge von 1955 und die Ergänzungsprotokolle von 2006 ablösen. An der Ausarbeitung eines neuen Vertrages wird auch das Bundesjustizministerium mitwirken.