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Datenübergabe an Luxemburg

Nach Israel, den USA und Polen hat jetzt auch Luxemburg Daten aus dem Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen erhalten. Empfängerinstitution ist das von Paul Dostert geleitete Centre de Documentation et de Recherche sur la Résistance (Dokumentations- und Forschungszentrum über den Widerstand) in Luxemburg. Auf Beschluss des Internationalen Ausschusses, der die Arbeit des ITS überwacht, kann jeder der elf Mitgliedsstaaten eine digitale Kopie der in Bad Arolsen lagernden Dokumente anfordern.

„Wir freuen uns über den Entschluss Luxemburgs, die Dokumente des ITS für die Forschung in ihrem Land zu nutzen. Sie vermitteln ein umfassendes Bild von den Auswirkungen der nationalsozialistischen Verfolgung in ganz Europa“, sagte ITS-Direktor Jean-Luc Blondel. Neben dem luxemburgischen Dokumentationszentrum arbeiten bereits die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, das US Holocaust Memorial Museum in Washington und das Nationale Institut des Gedenkens in Warschau mit Dokumentenscans aus dem Archiv des ITS.

Bisher wurden rund 80 Millionen Abbildungen und circa sechs Terabyte an Daten an die Einrichtungen überreicht, darunter Dokumente zu Konzentrationslagern, Ghettos und Gefängnissen (ca. 18 Millionen Abbildungen), die Zentrale Namenkartei des ITS (ca. 42 Millionen Abbildungen), Registrierungskarten von Displaced Persons (ca. 7 Millionen Abbildungen) sowie Dokumente zum Thema Zwangsarbeit (ca. 13 Millionen Abbildungen).

Derzeit werden die restlichen Unterlagen zum Bereich der DPs und der Emigration gescannt. Noch offen sind die Bestände des Kindersuchdienstes, die so genannten Sachdokumente sowie die Korrespondenz des ITS mit Opfern und ihren Familienangehörigen. „Die Digitalisierung hat für uns eine hohe Priorität“, so Blondel. „Sie eröffnet die Perspektive eines freien und schnellen Informationsflusses.“