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Erste Ergebnisse im Rahmen der Zukunftsdebatte über den ITS

Der Internationale Ausschuss für den Internationalen Suchdienst kam am 26. und 27. Mai 2010 in Washington zu seiner 72. Jahresversammlung zusammen. Er nahm die in den vergangenen zwölf Monaten geleistete Arbeit des Internationalen Suchdiensts (ITS) anerkennend zur Kenntnis.

Die Strategische Arbeitsgruppe, die mit der Ausarbeitung des künftigen Mandats und der Organisationsstruktur des ITS betraut war, erarbeitete einen neuen Vertrag über den ITS. Dieser soll die bestehenden beiden Bonner Verträge von 1955 sowie das Änderungsprotokoll von 2006 ersetzen. Dem Vertrag stimmte der Internationale Ausschuss zu. Die entsprechende Notwendigkeit bestand, nachdem das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) 2008 offiziell bekannt gab, dass es sich aus der Leitung und Verwaltung des ITS zurückziehen möchte. Der neue Vertrag wird die Aufgaben des ITS formal um solche Gebiete wie Konservierung, Katalogisierung, historische Forschung und Erinnerungsarbeit erweitern und dadurch das bereits bestehende Hauptmandat des Suchens weiter ausdehnen.

Angesichts des für Ende 2012 zu erwartenden Rückzugs des IKRK hat der Internationale Ausschuss das Bundesarchiv als neuen institutionellen Partner bestimmt, der bei der Leitung des ITS unter Berücksichtigung seines erweiterten Mandats eine wichtige Rolle spielen wird. In den kommenden Monaten wird die Strategische Arbeitsgruppe ihre Arbeit fortsetzen und einen zweiten Vertrag aufsetzen, in dem die Kernpunkte der künftigen Zusammenarbeit des ITS mit dem Bundesarchiv präzisiert werden. Belgien hat die Vereinigten Staaten von Amerika im Vorsitz des Internationalen Ausschusses, dessen Amtszeit sich stets auf ein Jahr beläuft, abgelöst. Den Vorsitz der Strategischen Arbeitsgruppe hat Polen von den Niederlanden übernommen.

Jean-Luc Blondel
Direktor ITS