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Fotos an Gedenkstätte Hinzert überreicht

Der Internationale Suchdienst (ITS/International Tracing Service) in Bad Arolsen hat der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert heute digitalisierte Fotoaufnahmen aus seinem Archiv überreicht. Unter den insgesamt 35 Motiven sind auch zehn Aufnahmen, die im Zeitraum von 1940/41 im Konzentrationslager entstanden. „Die Gedenkstätte verfügt nur über sehr wenige Fotos. Daher sind wir für jedes Motiv dankbar“, sagte Dr. Beate Welter, Leiterin der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert.

Die Fotos aus dem Archiv des ITS gehörten bislang noch nicht zum Fundus der Gedenkstätte. Die Originalaufnahmen aus der NS-Zeit zeigen das SS-Personal privat und auf dem Gelände des Lagers, darunter auch den damaligen Lagerkommandanten Hermann Pister. „Wir haben Aufnahmen bisher nur über Privatpersonen erhalten. Es sind im Regelfall Fotos, die uns von Angehörigen der Täter zur Verfügung gestellt wurden“, berichtete Welter. „Dies unterscheidet sich insofern nicht von den Fotos, die in Arolsen aufgetaucht sind. Sie wurden offensichtlich von einem Fotografen aus dem nahe liegenden Hermeskeil gemacht.“

Zu den Motiven gehören neben dem SS-Personal die Befreier von der US-Armee und Exhumierungen aus der Nachkriegszeit. „Ich hoffe, dass wir mit den Motiven aus unserem Bestand die Arbeit der Gedenkstätte unterstützen können“, sagte ITS-Historikerin Dr. Susanne Urban. „Wir suchen eine möglichst enge Kooperation mit der Gedenkstätte. Wechselseitige Besuche, ein wissenschaftlich-historischer Austausch, Vorträge und Fortbildungen werden uns immer wieder zusammenführen.“

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert steht der Datenabgleich. Möglichst viele Lebensläufe und Schicksale der ehemaligen Häftlinge sollen rekonstruiert werden. Zwischen 1939 und 1945 waren hier insgesamt etwa 13.000 Gefangene inhaftiert. Ursprünglich war es als Polizei- und Arbeitserziehungslager für sogenannte „Arbeitsscheue“ eingerichtet worden. Seit Juli 1940 wurden hier auch Fremdenlegionäre aus Frankreich und Widerstandskämpfer aus Westeuropa inhaftiert. Ab Juni 1943 kamen Zwangsarbeiter aus Osteuropa hinzu.

Anlässlich ihres Besuchs beim ITS hält Dr. Beate Welter, Leiterin der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert, heute abend um 17.00 Uhr einen öffentlichen Vortrag über die Geschichte des einstigen Lagers sowie die Gedenkstätte. Dabei werden die Funde aus dem ITS-Archiv projiziert und erläutert.