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Frankreich erhält digitale Kopie von ITS Dokumenten

Das französische Nationalarchiv (Archives Nationales) hat digitale Kopien, insgesamt 13 Datenträger mit einer Kapazität von jeweils 500 Gigabyte, von Dokumenten aus dem Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS/International Tracing Service) in Bad Arolsen erhalten. Nach Israel, den USA, Polen, Luxemburg und Belgien nutzt damit jetzt das sechste Land den umfangreichen Bestand des ITS über die Verfolgung durch die Nationalsozialisten, die Zwangsarbeit sowie die Emigration nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. „Forscher haben nun an mehreren Orten die Möglichkeit zur Recherche in den Dokumenten des Suchdienstes“, sagte ITS-Direktor Jean-Luc Blondel. „Ich hoffe, dass der Datenaustausch der historischen Aufarbeitung dient und die Vernetzung unserer Einrichtungen voranbringt.“    

Unter den jetzt überreichten Daten sind auch zahlreiche Dokumente über die Deportation französischer Widerstandskämpfer, die Ausbeutung französischer Zwangsarbeiter sowie die Verfolgung von Juden und anderen Minderheiten nach der Besetzung Frankreichs durch die Deutschen. Auf Beschluss des Internationalen Ausschusses, der die Tätigkeit des ITS überwacht, kann jeder der elf Mitgliedsstaaten (Belgien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Israel, Italien, Luxemburg, Niederlande, Polen, Großbritannien, USA) eine digitale Kopie der in Bad Arolsen vorhandenen Unterlagen anfordern. Die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, das US Holocaust Memorial Museum in Washington, das Nationale Institut des Gedenkens in Warschau, das Dokumentations- und Forschungszentrum über den Widerstand in Luxemburg sowie das Belgische Staatsarchiv arbeiten bereits mit Dokumentenscans aus dem Archiv des ITS.

Bisher wurden rund 87 Millionen Abbildungen und über sechs Terabyte an Daten an die Einrichtungen überreicht, darunter Dokumente zu Konzentrationslagern, Ghettos und Gefängnissen (ca. 18 Millionen Abbildungen), die Zentrale Namenkartei des ITS (ca. 42 Millionen Abbildungen), Registrierungskarten von Displaced Persons (ca. 7 Millionen Abbildungen), Dokumente zum Thema Zwangsarbeit (ca. 13 Millionen Abbildungen), Unterlagen aus DP Camps und zur Emigration nach dem Zweiten Weltkrieg (ca. 5 Millionen Abbildungen) sowie Teilbestände des Kindersuchdienstes und der so genannten Sachdokumente (bisher ca. 2 Millionen Abbildungen). Bis Frühjahr 2011 wird die Digitalisierung der historischen Dokumente komplett abgeschlossen sein. Noch offen sind dann die drei Millionen Korrespondenzfälle des ITS mit Überlebenden und Familienangehörigen sowie Behörden, deren Digitalisierung noch einige Jahre in Anspruch nehmen wird.