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Hessische Wissenschaftsministerin unterstützt ITS

Eva Kühne-Hörmann, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, hat gestern beim International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen Gespräche über ein neues Archivgebäude für den ITS und über Kooperationsmöglichkeiten auf dem Gebiet der Forschung geführt. „Das Archiv des ITS bewegt sich in eine neue Zeit. Es steht jetzt unter einer wissenschaftlichen Leitung und wurde zugleich als UNESCO-Weltdokumentenerbe anerkannt“, sagte die Ministerin. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um auf diese einzigartige Sammlung aufmerksam zu machen und diesen Schatz für die Forschung zu heben.“

Im Archiv des ITS lagern etwa 30 Millionen Dokumente zur nationalsozialistischen Verfolgung, über die Zwangsarbeit und die überlebenden Displaced Persons. Um die historisch wertvollen Dokumente langfristig zu sichern, hat der ITS bei der Bundesregierung einen Antrag auf ein Erkundungsverfahren für ein neues Archivgebäude gestellt. Die hessische Ministerin sicherte ihre Unterstützung zu und schlug eine Zusammenarbeit auf der Ebene der Verwaltung vor, um den ITS in Sachen Drittmittelwerbung und Planung von Bauvorhaben zu beraten.

Auch ein Besucherzentrum und eine entsprechende Präsentation der Dokumentensammlung in Form einer Ausstellung bezeichnete die Ministerin als wünschenswert. „Die Marke UNESCO-Weltdokumentenerbe wird Besucher anziehen“, meinte Kühne-Hörmann, die auf Landesebene auch für die UNESCO-Welterbestätten verantwortlich zeichnet.

Gleichzeitig bot die Ministerin an, einen engeren Kontakt zwischen dem ITS und den hessischen Archiven herzustellen. „Hessen ist das Land der Archive, und wir bilden in Marburg Archivare aus. Von daher haben wir eine hohe Kompetenz in archivarischen Fragen, wie etwa der Restaurierung und Konservierung“, so Kühne-Hörmann.

Dringend erforderlich sei darüber hinaus eine bessere Vernetzung des ITS mit möglichen Kooperationspartnern auf dem Gebiet der Forschung, insbesondere mit Universitäten. „Das Land Hessen stellt jährlich im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms LOEWE 90 Millionen Euro zur Verfügung. Davon profitieren insbesondere solche exzellenten Kooperationsprojekte von Universitäten oder Forschungseinrichtungen.“ Für den Ausbau der wissenschaftlichen Arbeit schlug sie eine Gastprofessur vor. Zudem solle sich ITS als außerschulischer Lernort etablieren. Im Bereich der Drittmittelwerbung sei eine Einbindung von Unternehmen denkbar, die ein Interesse an der Aufarbeitung der eigenen Geschichte im Hinblick auf die Beschäftigung von Zwangsarbeitern hätten.

„Ich freue mich über die Unterstützung von Seiten der Landesregierung“, sagte der Bürgermeister von Arolsen, Jürgen van der Horst. „Wir brauchen starke Partner, wenn wir die Pläne für den ITS am Standort Bad Arolsen verwirklichen wollen.“ Für die Planungen eines Archivneubaus und eines Besucherzentrums interessierten sich auch Helmut Hausmann, 1. Stadtrat von Bad Arolsen, Thomas Viesehon, Bundestagskandidat der CDU, und Armin Schwarz, CDU-Abgeordneter im Hessischen Landtag, die die Ministerin bei ihrem Besuch des ITS begleiteten. „Hinsichtlich der Bausituation müssen wir etwas tun. Ein Neubau ist zwingend erforderlich. Ich finde es gut, dass sich die Ministerin eingeschaltet hat“, äußerte Schwarz. „Ein Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Bernd Siebert ist ebenfalls bereits geführt. Er wird sich in Berlin für das Projekt einsetzen.“