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Hessischer Archivtag in Bad Arolsen

Der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA) hat anlässlich des 32. hessischen Archivtages in Bad Arolsen den Internationalen Suchdienst (ITS) im Kreis der hessischen Archive willkommen geheißen. „Wir empfangen den ITS mit offenen Armen. Es handelt sich um ein ganz besonderes hessisches Archiv“, sagte Dr. Brigitte Streich, Vorsitzende des Landesverbandes Hessen bei der Eröffnungsveranstaltung. Der ITS war in diesem Jahr Mitveranstalter des zweitägigen Archivtages in Bad Arolsen. „Die Veranstaltung wird dazu beitragen, die Bekanntheit des Suchdienstes in Hessen weiter zu steigern“, sagte ITS-Direktor Jean-Luc Blondel. „Gleichzeitig ist sie ein Ausdruck für die künftige Neuausrichtung der Einrichtung im Hinblick auf die Forschung und Bildungsarbeit.“

Generalthema des Archivtages waren die „Quellen zur NS-Geschichte in Hessen“. Rund 90 Teilnehmer nahmen bei Führungen und Vorträgen Einblick in die Arbeit des Internationalen Suchdienstes, dessen Archiv Millionen Dokumente zu Opfern der NS-Verfolgung umfasst. Im Mittelpunkt des Interesses standen die Themen Digitalisierung, Erschließung und Zugänglichkeit der Dokumente sowie die künftige Rolle des ITS. „Vermutlich wird der ITS nie ein Archiv im klassischen Sinne werden, da er auf eine Jahrzehnte währende Geschichte als aktiver Suchdienst zurückblickt und die humanitäre Arbeit anhält“, äußerte Streich. „Aber seine Bestände, Aufgaben und Potenziale genauer kennen zu lernen war ein Höhepunkt unserer Tagung.“

Die Archive stünden in der Informationsgesellschaft vor vielseitigen Herausforderungen, sagte VdA-Vorstandsmitglied Dr. Clemens Rehm. „Archive sind Häuser der Geschichte und Gedächtnis des Landes. Der allmähliche Wandel des ITS von einem Suchdienst zu einem Archiv für die wissenschaftliche Forschung ist daher der richtige Weg.“ Neben dem ITS befasste sich der Archivtag auch mit der Nutzung kommunaler Quellen aus der NS-Zeit, darunter der Gestapo-Kartei Frankfurt.