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Israelischer Gesandter besucht ITS-Archiv

Der Gesandte des Staates Israel, Ilan Mor, hat sich heute bei einem dreistündigen Besuch ein Bild von der Arbeit des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen und den Beständen des Archivs gemacht. „Ich hätte es mir nie verziehen, wenn ich vor meiner Rückkehr nach Israel nicht noch einmal hergekommen wäre“, sagte Mor.

Der israelische Gesandte besichtigte Archivräume des Internationalen Suchdienstes mit Millionen von Dokumenten zur NS-Verfolgung. Zudem führte Mor Gespräche mit ITS-Archivleiter Udo Jost und Historikerin Susanne Urban über die Aufgaben der Einrichtung und die Entwicklung des Archivs seit der Öffnung für die Forschung. „Hinter jedem Blatt Papier in diesem Archiv steckt die Geschichte eines Menschen. Diese muss bewahrt werden für die nachfolgenden Generationen“, betonte Mor.

Dem Internationalen Suchdienst käme eine besondere Rolle im Hinblick auf die Bildungs- und Erinnerungsarbeit zu. „Da sich das Archiv insbesondere mit den Schicksalen der Opfer befasst, verdeutlicht es die Bedeutung demokratischer Grundwerte und der Würde des Menschen für unser Zusammenleben. Die Geschichte der Shoah ist Teil der Erinnerungskultur der Menschheit“, so Mor. Israel sei als Mitglied das Internationalen Ausschusses, der die Arbeit des ITS kontrolliert, ein Partner der Einrichtung. Die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem erhält digitale Kopien sämtlicher Dokumente im Archiv des ITS und beteiligt sich an der Debatte über die Zukunft der Einrichtung.

Neben dem offiziellen Teil nutzte der israelische Gesandte die Gelegenheit, auch Dokumente zu seiner Familie einzusehen. „Ich habe in der Zentralen Namenkartei eventuell einen Hinweis auf meinen Vater gefunden“, berichtete Mor. „Allein deshalb hat sich der Besuch schon gelohnt. Jeder Israeli sollte einmal hier gewesen sein.“ Viele Fragen zur Shoah seien unbeantwortet geblieben, da die Opfer häufig nicht in der Lage gewesen seien, über ihre Erlebnisse zu sprechen. „In diesem Archiv finden sich die Mosaiksteine, die das Wissen um die Geschichte der eigenen Familie vervollständigen können. Jeder Beleg und jede Klarheit ist wertvoll.“