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ITS und die Stadt Bad Arolsen – gemeinsam für das Wohl der Stadt

Der Direktor des Internationalen Suchdienstes (ITS), Jean-Luc Blondel, und der Bürgermeister der Stadt Bad Arolsen, Jürgen van der Horst, wollen den gegenseitigen Austausch intensivieren und den Standort Bad Arolsen zum Nutzen beider Seiten voranbringen. Diese Vereinbarung wurde bei einem gemeinsamen Treffen am vergangenen Dienstag geschlossen. „Die Bedeutung des Suchdienstes für Bad Arolsen ist bei den städtischen Gremien angekommen“, so Bürgermeister van der Horst.

Nachdem sich der neue Direktor des Internationalen Suchdienstes und der Bürgermeister bereits zu einem Kennenlerngespräch getroffen hatten, besuchte der Magistrat unter Leitung des Bürgermeisters zum ersten Mal seit Öffnung der Archive im November 2007 die Einrichtung. Bei einer Führung durch das Archiv gewann der Magistrat einen Eindruck von der Masse an historisch wertvollen Dokumenten zur NS-Verfolgung und von der Arbeit der 310 Mitarbeiter des Suchdienstes. Gemeinsam mit Direktor Blondel und den Führungskräften des ITS diskutierte der Magistrat über die Zukunftsperspektiven und Visionen des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen.

Der Direktor informierte die Mitglieder des Magistrats ausführlich über die derzeitige Situation. Im Mittelpunkt stand die Debatte über die Zukunft der Einrichtung, die derzeit vom Internationalen Ausschuss geführt wird. Der Ausschuss, dem die Aufsicht über die Arbeit des ITS obliegt, wird in den kommenden Monaten erste Entscheidungen treffen müssen. Dabei geht es um die zukünftige Struktur und Trägerschaft des Suchdienstes, aber auch um die Standortfrage.

Der Magistrat der Stadt und die Direktion des Suchdienstes waren sich einig, dass sie sich gemeinsam für die Festigung des Internationalen Suchdienstes am Standort Bad Arolsen einsetzen wollen. „Der ITS ist ein wichtiger Arbeitgeber“, sagte Bürgermeister van der Horst. „Er ist zugleich aber auch ein bedeutendes Archiv von internationaler Tragweite, das bundesweit einmalig ist und zum Ansehen der Stadt beiträgt.“ So könnte etwa auch über die Entwicklung Bad Arolsens zu einem renommierten Archivstandort nachgedacht werden.

Konkret wurde im Laufe des Gesprächs verabredet, eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des Suchdienstes, des Magistrats und der städtischen Verwaltung zu bilden. Diese soll Schritte ausarbeiten, die zu einer langfristigen Verankerung des ITS in Bad Arolsen beitragen können. Dafür wird der ITS dem Magistrat unter anderem ein Entwicklungskonzept hinsichtlich der Zukunft der Einrichtung vorstellen. Gleichzeitig sollen Fragen erörtert werden, wie der ITS noch besser in das Stadtmarketing integriert werden kann. Im Tourismuskonzept Nordwaldeck, das in naher Zukunft im Rahmen des Stadtumbaus erstellt wird, soll der ITS eine wichtige Rolle spielen, sagte Bürgermeister van der Horst zu.

Bereits jetzt trägt der Suchdienst dazu bei, die Bekanntheit der Stadt Bad Arolsen zu steigern. Über 1300 Besucher aus 24 Ländern kamen im Jahr 2008 zum ITS, darunter Opfer des NS-Gewaltregimes, ihre Familienangehörigen, Historiker, Rechtswissenschaftler und Genealogen. „Ich bin mir sicher, dass der Suchdienst und die Stadt von einem intensiveren Austausch profitieren werden und freue mich daher über die Ergebnisse unseres Gesprächs“, sagte ITS-Direktor Blondel.