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Konservierung von Dokumenten aus den Konzentrationslagern Buchenwald und Dachau

Der Internationale Suchdienst (ITS/International Tracing Service) in Bad Arolsen wird in diesem Jahr etwa 300.000 Originaldokumente aus dem Konzentrationslager Dachau im Verfahren der Massenentsäuerung konservieren. Es handelt sich um Unterlagen, die zwischen 1934 und 1945 zur Registrierung von Häftlingen erstellt wurden. Die Konservierung von individuellen Häftlingsunterlagen aus dem Konzentrationslager Buchenwald konnte jetzt abgeschlossen werden. Seit dem Jahr 2000 sind etwa 2,7 von insgesamt 30 Millionen Dokumenten behandelt worden.

Im Einzelnen werden Häftlingspersonalkarten, Effektenkarten und Schreibstubenkarten aus dem KZ Dachau entsäuert und Risse repariert. Mit zunehmendem Alter zerstören Säuren das Papier, das brüchig wird und vergilbt. Dank eines modernen Massenentsäuerungsverfahren, das die Preservation Academy (PAL) in Leipzig einsetzt, wird der PH-Wert der Papiere angehoben. So werden die historisch bedeutsamen Dokumente langfristig vor dem Verfall geschützt, zumal sie angesichts der bereits erfolgten Digitalisierung auch nicht mehr für Recherchen in die Hand genommen werden müssen.

Im Jahr 2011 standen dem ITS insgesamt rund 150.000 Euro für Konservierungsmaßnahmen zur Verfügung. 234.036 Einzeldokumente von weiblichen Häftlingen aus dem Konzentrationslager Buchenwald, darunter vor allem Häftlingspersonal- und Effektenkarten, konnten entsäuert werden. An 4.553 Dokumenten erfolgte gleichzeitig eine Reparatur. Damit ist die Konservierung aller individuellen Unterlagen aus dem Konzentrationslager Buchenwald zwischenzeitlich erfolgt.

Von acht Objekten, darunter zwei Tafeln zur Kennzeichnung der Häftlingskleidung aus dem Konzentrationslager Dachau, wurden zudem Faksimiles für Ausstellungszwecke angefertigt. Sie gingen an die Gedenkstätte Dachau und das Jüdische Museum in Sydney. Daneben hat der ITS auch vier Bücher aus der unmittelbaren Nachkriegszeit restauriert, die erste Berichte von Überlebenden enthalten.

Die Konservierung beim ITS erfolgt aufgrund einer im Jahr 2000 erstellten Prioritätenliste. Danach haben Inhaftierungsdokumente aus Konzentrationslagern, Gefängnissen und Ghettos Vorrang. Seit Beginn der Konservierung konnten insgesamt 2.654.586 Objekte konservatorisch bearbeitet werden.