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Kunst gegen Diktatoren – Ausstellung von Karikaturen des Künstlers Josef Čapek

Der Internationale Suchdienst (ITS/International Tracing Service) hat gestern Abend in Bad Arolsen eine Ausstellung mit Zeichnungen und Karikaturen des tschechischen Künstlers Josef Čapek eröffnet. Dieser hatte sich mit seiner künstlerischen und schriftstellerischen Arbeit bereits zu einem frühen Zeitpunkt vehement gegen die Diktatur des Nationalsozialismus gewandt. „Capek begehrte mit der Zeichenfeder auf – und bezahlte dafür mit seinem Leben“, sagte Dr. Susanne Urban, Bereichsleiterin Forschung beim ITS. „Seine Karikaturen berichten nicht nur von dem nationalsozialistischen Deutschland, sondern auch von den Mechanismen einer Diktatur und dem von ihr gesäten Hass.“ Die Ausstellung „Josef Čapek (1887-1945) – Zeichnungen und politische Karikaturen“ wird bis zum 27. Oktober 2011 zu sehen sein.

„Die künstlerische Freiheit ist zugleich moralische Verantwortung“, lautete Čapeks Anspruch. Unter dem Eindruck der Entwicklungen im nationalsozialistischen Deutschland, dem faschistischen Italien sowie des Spanischen Bürgerkriegs wandte er sich ab 1933 verstärkt der politischen Karikatur zu. „Freiheit, Recht, Gerechtigkeit müssen überall auf der Welt bewahrt und verteidigt werden; geschieht dies irgendwo nicht, so sind sie überall auf der Welt bedroht“, hielt Čapek 1938 in seinen Aphorismen„In die Wolken geschrieben“ fest. Am 1. September 1939 wurde der Künstler von der Gestapo Prag verhaftet und verbrachte fast sechs Jahre in deutschen Konzentrationslagern. In Bergen-Belsen kam er kurz vor der Befreiung des Lagers ums Leben.

Die in Zusammenarbeit mit der Čapek-Gesellschaft entstandene Ausstellung zeigt Karikaturen aus acht verschiedenen Bereichen und Schaffensperioden des Künstlers. Sie wird ergänzt durch Texttafeln zu seinem Leben und den historischen Hintergründen sowie Lesemappen mit Dokumenten zu Čapek aus dem Archiv des ITS.

Die Ausstellungen des ITS widmen sich in diesem Jahr dem Thema Widerstand. „Es geht darum, Handlungsoptionen aufzuzeigen und Menschen Mut zu machen, Ungerechtigkeiten nicht einfach hinzunehmen“, erläuterte Urban. „Capeks Werke zeigen, wie leicht Menschen sich dazu verführen lassen, Ideologien und Führern zu folgen. Wir aber möchten dazu beitragen, dass Menschen Eigenverantwortung übernehmen und dem Mitmenschen gegenüber Respekt zeigen.“

„Josef Čapek (1887-1945) – Zeichnungen und politische Karikaturen“
Dauer der Ausstellung: 30. August bis 27. Oktober 2011
Ort: ITS, Schlossstraße 10, 34454 Bad Arolsen
Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag 9.00 bis 16.30 Uhr sowie
Samstag, 3./17. September und 8./22. Oktober, 10.00 bis 14.00 Uhr,
montags, freitags und sonntags geschlossen
Anmeldung für Ausstellungsgespräche: Telefon 05691 629-159, E-Mail historical-research@its-arolsen.org
Weitere Informationen: www.capek-gesellschaft.de