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„Leben im Transit – Trauma und Neuanfang“ - Ausstellung über die Schicksale der Displaced Persons nach 1945

Der Internationale Suchdienst (ITS/International Tracing Service) in Bad Arolsen erschließt mit einem Forschungsprojekt bisher unbekanntes Archivmaterial und erstellt eine Wanderausstellung, die 2014 eröffnet wird. Die Realisierung des Ausstellungsprojektes „Leben im Transit – Trauma und Neuanfang. Überlebende der nationalsozialistischen Verfolgung“ wird von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) gefördert.

„Die Dokumente im Archiv des ITS sind eine Fundgrube für das Thema des Weiterlebens nach dem Überleben“, so Dr. Susanne Urban, Bereichsleiterin Forschung und Bildung beim ITS. „Sie schildern die Fürsorge der Alliierten für die Überlebenden aus Konzentrationslagern und der Zwangsarbeit, aber auch die komplizierte Suche nach einem Neuanfang. Die Erfahrungen reichen von freiwilliger Heimkehr über die Zwangsrepatriierung bis hin zur Emigration.“ Eine umfassende Darstellung zu diesem Themenkomplex existiert bislang nicht. Die westlichen Alliierten verstanden unter DPs jene, die durch das nationalsozialistische Deutschland verfolgt und aus ihren Heimatländern deportiert worden waren. Dies betraf am Ende des Zweiten Weltkrieges etwa zehn Millionen Menschen.

„Die Erschließung des Materials und die Ausstellung sollen die Nachkriegsgeschichte und die Schicksale von KZ-Überlebenden und Zwangsarbeitern sichtbar machen. Auch die Auswirkungen und Folgen des NS-Unrechts für die Überlebenden in den Nachkriegsgesellschaften müssen erforscht und in der europäischen  Erinnerungskultur verankert werden“, so Günter Saathoff, Vorstand der Stiftung EVZ.

Begleitet wird die Ausstellung durch eine umfassende Broschüre sowie pädagogische Materialien. Nach der Eröffnung in 2014 soll die Ausstellung noch mindestens sieben weitere Stationen in Deutschland besuchen.