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Minister Boddenberg besuchte den ITS

Michael Boddenberg, Hessischer Minister für Bundesangelegenheiten und Bevollmächtigter des Landes beim Bund, hat anlässlich des heutigen Holocaust-Gedenktages den Internationalen Suchdienst (ITS/International Tracing Service) in Bad Arolsen besucht. „Wir Deutschen stehen in der Pflicht, uns der Vergangenheit zu stellen und aus ihr zu lernen“, sagte Boddenberg. „Dazu gehört es auch, dass Archive offen und transparent sind. Die Menschen, die unter den totalitären Regimen des 20. Jahrhunderts leiden mussten, haben zu Recht den moralischen Anspruch, dass nichts im Verborgenen bleibt.“

Der Staatsminister besichtigte das umfangreiche Archiv des ITS, in dem etwa 30 Millionen Dokumente von den millionenfachen Schicksalen der nationalsozialistischen Verfolgung berichten. Er machte sich vertraut mit den heutigen Aufgaben des Suchdienstes, den Anfragen von Familienangehörigen und Überlebenden sowie der Digitalisierung, Konservierung und Erschließung der historisch bedeutsamen Dokumente. „Es ist keine gewöhnliche Arbeit, die hier geschieht. Ich bin beeindruckt von dem Archiv und dem Engagement der Mitarbeiter, die mit hoher Empathie den Schicksalen der Opfer begegnen“, so Boddenberg. „Wir stehen in der Verantwortung dafür zu sorgen, dass die Arbeit fortgeführt wird, insbesondere im Bereich der Forschung und Bildung.“

Er freue sich über das Interesse von Minister Boddenberg gerade an diesem Tag, sagte ITS-Direktor Jean-Luc Blondel. „Es unterstreicht die Bedeutung, die das Land Hessen dem Suchdienst zumisst.“ Am 27. Januar 1945 hatten die Soldaten der Roten Armee das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau befreit. Seit 1996 ist der 27. Januar in Deutschland ein offizieller Gedenktag, der an die Opfer des Nationalsozialismus und insbesondere an den Völkermord an den Juden sowie Sinti und Roma erinnert. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen erklärte den Tag im Jahr 2005 offiziell zum internationalen Holocaust-Gedenktag.