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Neue Gebührenordnung verabschiedet

Die bisherigen Beschränkungen bei der Kopienabgabe an Forscher im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS/International Tracing Service) in Bad Arolsen wurden jetzt auch formell aufgehoben. Der Internationale Ausschuss aus elf Mitgliedsstaaten, der die Richtlinien für die Arbeit des ITS festlegt, stimmte heute auf einer Sitzung in Paris einer entsprechenden Neufassung der Gebührenordnung zu. „Diese tritt ab sofort in Kraft“, sagte ITS-Direktor Jean-Luc Blondel.

Laut der neuen Gebührenordnung können Forscher Kopien von Dokumenten erhalten, „soweit sie sich auf das im Forschungsantrag angegebene Thema beziehen“. Die Orientierung an einem konkreten Forschungsthema und der Verzicht auf Fachtermini aus dem Archivwesen sollen künftig für mehr Klarheit sorgen. „Missverständnisse in der Definition von Beständen können wir damit ausschließen“, versicherte Blondel.

Die Abgabe von Kopien war durch die alte - im Oktober 2010 eingeführte - Gebührenordnung beschränkt worden. Danach war die „Herausgabe ganzer Aktenbestände oder Sammlungen nicht möglich“ gewesen. Diese Formulierung hatte sich in der Praxis als hinderlich erwiesen, da der ITS seine Bestände bisher nicht nach archivarischen Grundbegriffen geordnet hat. Als Orientierung hatte ein Inventarverzeichnis gedient, dem zufolge ein einzelnes Blatt, aber auch mehrere Ordner ein „ganzer Aktenbestand“ sein konnten. Der ITS hat mit der jetzt verabschiedeten Neuregelung auf Kritik reagiert, die von Seiten der Forschung an der Praxis der Kopienabgabe geäußert worden war.