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Positive Bilanz von jüdischen Organisationen nach Besuch des ITS

Diese Woche haben zwölf Vertreter der größten jüdischen Organisationen aus den USA für zwei Tage Einblick in die Arbeit des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen genommen, unter anderem vom American Jewish Committee, dem American Jewish Congress, B’nai B’rith und der Anti-Defamation League. Sie machten sich vertraut mit dem Dokumentenbestand des ITS und informierten sich über die Entwicklungen seit der Öffnung des Archivs im November 2007. Zugleich diskutierten sie über die Aufgaben und die Zukunft der Einrichtung.

„Wir kamen, um den neuen ITS kennen zu lernen“, sagte Aron Hirt-Manheimer von der Union of Reform Judaism. „Wir waren beeindruckt davon, wie offen sich die Einrichtung gibt und wie zugänglich die Dokumente sind. Der ITS ist eine Schatztruhe der Geschichte.“ Die Öffnung des Archivs war gerade von jüdischen Organisationen aus den USA vehement gefordert worden. „Da die Stimme der Überlebenden bald nicht mehr zu hören sein wird, kommt der Einrichtung eine wichtige Rolle bei der Aufklärung über den Holocaust zu.“ Hirt-Manheimer selbst kam 1948 in einem DP Camp in Feldafing zur Welt als Sohn polnischer Holocaust-Überlebender. Im Archiv des ITS studierte der Amerikaner ausführlich die Dokumente zu seiner Familie, darunter befand sich auch ein ihm bis dato unbekanntes Foto seines Vaters von der Registrierung als Displaced Person.

Vor ihrem Besuch des ITS hat die Delegation knapp zwei Tage am Hauptsitz des Komitee vom Internationalen Roten Kreuz (IKRK) in Genf verbracht, das seit 1955 die Leitung des ITS innehat. „Ziel der Reise war es, ein klares Bild vom IKRK und vom ITS zu vermitteln, speziell von den Möglichkeiten wie auch den Grenzen der humanitären Arbeit“, so Mark Silverman, Delegierter vom IKRK in Washington, der die Reise organisiert hatte. „Wir waren interessiert an einer Einschätzung, welche Erwartungen die jüdischen Organisationen an den ITS richten“, sagte Jean-Luc Blondel, Direktor des Suchdienstes. „Es war ein anregender und lohnender Gedankenaustausch.“

Die Vertreter der jüdischen Organisationen äußerten sich positiv über die Anstrengungen des ITS, die Dokumente zu digitalisieren und für die Forschung zu erschließen. Erfreulich sei es auch, dass die Anfragen von Opfern des NS-Regimes jetzt zeitnah beantwortet würden. „Wir sind als Gruppe nicht leicht zu beeindrucken, schon gar nicht in Fragen des Holocaust“, sagte Marc Stern vom American Jewish Congress. „Aber wir sind bewegt und überrascht. Die notwendigen Ressourcen vorausgesetzt hat der ITS ein enormes Potenzial und kann mit Hilfe seiner Dokumente wichtige Wissenslücken schließen.“