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Roland Koch beim Suchdienst

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch hat heute bei einem Besuch des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen die bedeutsame Arbeit der Einrichtung hervorgehoben. „Als Ansprechpartner für viele Millionen Menschen, die sich über das Schicksal ihrer Angehörigen informieren wollten, hat der ITS eine großartige humanitäre Arbeit geleistet. In der Zukunft wird neben der Dokumentation vor allem die Forschungs- und Bildungsarbeit im Vordergrund stehen, damit das ‚Arolser Gedächtnis‘ auch für die kommenden Generationen erhalten bleibt“, so Koch.

Der hessische Ministerpräsident informierte sich bei einem neunzigminütigen Rundgang über die Dokumentenbestände im Archiv des ITS, den Stand der Digitalisierung und das Interesse von Wissenschaftlern an der Einrichtung, die seit November 2007 der Forschung offen steht. „Wir sind stolz darauf, dass der ITS in Hessen ansässig ist“, sagte Koch. „Die Einrichtung ist international anerkannt und hat einen Maßstab gesetzt im Umgang mit Vermissten und Verfolgten.“

Koch wurde begrüßt von ITS-Direktor Jean-Luc Blondel, der die Bedeutung des Archivs als neue Quelle für die Forschung hervorhob: „Der ITS hat die Ambition, ein wichtiges Zentrum der Recherche über die NS-Verfolgung in Europa zu werden. Wir freuen uns sehr über das Interesse des Ministerpräsidenten.“

Bürgermeister Jürgen van der Horst betonte die wichtige Rolle des ITS auch für die Stadt Bad Arolsen. „Der Besuch von Roland Koch kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt der Neuausrichtung des ITS. Das Archiv ist für die Region ein Gewinn, da sie Forscher und Interessierte aus vielen Teilen der Welt anzieht.“

ITS-Mitarbeiter gaben dem hessischen Ministerpräsidenten einen Einblick in wichtige Dokumente aus Konzentrationslagern, stellten konkrete Forschungsprojekte vor und zeigten Perspektiven der Bildungsarbeit auf. Arolsen böte einen besonderen Wissensschatz, sagte Koch zum Abschluss seines Rundgangs. „Es ist ein Gruseln zu sehen, mit welcher Präzision die Nationalsozialisten den Tod verwalteten - eine unmenschliche Bürokratie ohne jede emotionale Regung. Das Archiv bewahrt die Chance, uns der Geschichte zu erinnern, auch wenn die Zeitzeugen weniger werden. Der Besuch war eine wichtige und bleibende Erfahrung."