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Stellvertretende US-Generalkonsulin und der Repräsentant der Conference on Jewish Material Claims Against Germany besuchten ITS

Die stellvertretende US-Generalkonsulin in Frankfurt/Main, Charisse M. Phillips hat gemeinsam mit Rüdiger Mahlo, Repräsentant der Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Claims Conference) in Deutschland, den International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen besucht. „Eine Zusammenarbeit mit dem ITS bei der Nachweisbeschaffung für unsere Antragsteller könnte hochwertvoll sein“, unterstreicht Mahlo nach den Gesprächen.

Während des Aufenthaltes haben die Besucher einen Einblick in die Dokumentenbestände des ITS-Archivs sowie einen Eindruck von den Aufgaben und Zielen dieser einzigartigen Institution mit internationalem Charakter erhalten. Die Claims Conference vertritt die jüdische Gemeinschaft in Entschädigungs- und Restitutionsverhandlungen für NS-Opfer und deren Erben. „Rund 50.000 Anträge aus Osteuropa liegen uns derzeit zur Bearbeitung vor“, berichtet Mahlo. „Die Kollegen beim Russischen Roten Kreuz in Moskau prüfen, ob entsprechende Dokumente vorhanden sind.“ Der ITS hat Anfang der 90er Jahre Unterlagen in Moskau verfilmt und diese in seine digitale Datenbank integriert. „Da der ITS über die Unterlagen aus Moskau hinaus weitere Dokumente in seinem Archiv verwahrt, können wir an dieser Stelle hoffentlich weiterhelfen“, sagt ITS-Direktorin Prof. Dr. Rebecca Boehling und sieht daher gute Kooperationsmöglichkeiten.

Neben einem Einblick in das Archiv des ITS wurden die wissenschaftlichen und pädagogischen Projekte des ITS vorgestellt. Besonderes Interesse zeigten die Besucher an der erst kürzlich veröffentlichten Pädagogischen Handreichung über die Kartei der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland im Archiv des ITS. Unter den fünf Schicksalen jüdischer Jugendlicher aus Berlin, die dort enthalten sind, ist auch Isaak Behar. Mahlo zeigte sich persönlich berührt: „Die Karteikarte und das Foto des Vaters meines Schulfreundes in der Handreichung zu sehen, war sehr emotional für mich.“

Phillips zeigte großes Interesse an dem ITS-Ausstellungsprojekt „Leben im Transit – Trauma und Neuanfang. Überlebende der nationalsozialistischen Verfolgung“. Die Ausstellung wird im September 2014 in Frankfurt/Main eröffnet und könnte laut Phillips eventuell auch im Generalkonsulat gezeigt werden. Sie würde sich freuen, wenn der ITS und das Generalkonsulat im Bildungsbereich zusammenarbeiten könnten. „Workshops für Pädagogen, Vorträge und die Resultate zu Recherchen zu einzelnen Schicksalen könnten in diesem Zusammenhang angeboten werden.“