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Veröffentlichung zur Deportation der Juden

„Die Deportation der Juden aus Deutschland und ihre verdrängte Geschichte nach 1945“ ist Thema einer neuen wissenschaftlichen Publikation des International Tracing Service (ITS). Im Oktober 1941 begann die Gestapo, Juden aus Deutschland in die Ghettos im besetzten Osteuropa, später nach Theresienstadt und in die Vernichtungslager zu deportieren. Der größte Teil von ihnen wurde ermordet. Welche Dokumente im Archiv des ITS zu den Deportationen vorhanden sind und wie sich der Umgang mit diesem Teil der NS-Geschichte im Laufe der Jahrzehnte veränderte, untersuchen die beiden Autoren und Herausgeber Akim Jah und Gerd Kühling.

Der vierte Band aus der Reihe „Fundstücke“ ist in Zusammenarbeit mit der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz entstanden und erscheint im Wallstein Verlag. Herausgeber Akim Jah, wissenschaftlicher Mitarbeiter des ITS, gibt einen historischen Überblick über die Deportation der Juden aus dem Reich“ und geht auf die einschlägigen Dokumente im Archiv des ITS ein. Das Archiv bietet eine Fülle von Dokumenten, die sich direkt auf die Verschleppung beziehen und Informationen über die Biographien und das Schicksal der Deportierten enthalten“, erläutert Jah. Dazu zählen unter anderem Transportlisten, Unterlagen der Düsseldorfer Gestapo, Auflistungen deutscher Behörden nach 1945, Dokumente zu Überlebenden sowie Ermittlungen gegen ehemalige Gestapo-Beamte aus der Zeit nach 1945.

Mitherausgeber Kühling, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, skizziert den Umgang mit der Geschichte nach 1945 bis in die Gegenwart und zeigt dabei die Veränderungen in der Erinnerung an die Deportationen im öffentlichen Raum auf. „In der alten Bundesrepublik und in der DDR war die jeweilige staatliche Auseinandersetzung mit der Ermordung der deutschen und europäischen Juden über Jahrzehnte von großer Zurückhaltung geprägt. Erst in den 1980er Jahren erfolgte eine umfassendere Konfrontation mit den Verbrechen“, erklärt Kühling.

Mit der Reihe „Fundstücke“ stellt der ITS wenig bekannte, aber historisch bedeutsame Zeugnisse aus den Jahren des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit der Öffentlichkeit vor. „Wir möchten auf die Vielfalt des Aktenmaterials hinweisen und Geschichtsinitiativen und Forschende ermuntern, in den Beständen des ITS zu recherchieren“, so Jah.

Bibliografische Angaben:

„Die Deportation der Juden aus Deutschland und ihre verdrängte Geschichte nach 1945"
Herausgegeben von Akim Jah und Gerd Kühling
Reihe: Fundstücke (Hg. im Auftrag des International Tracing Service Bad Arolsen); Band 4
Wallstein Verlag 2016
64 Seiten mit 16 Abbildungen
ISBN: 978-3-8353-1860-1
€ 9,90
Auch als E-Book erhältlich.
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