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Website des Suchdienstes auf Russisch

Der Internationale Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen bietet seine Website jetzt auch in russischer Sprache an. Die neue Sprachversion ging anlässlich des 65. Jahrestages des Kriegsendes online. „Viele Opfer der NS-Verfolgung stammen aus Osteuropa. Ihnen wollen wir einen besseren Service bieten und den ITS zugleich bekannter machen“, sagte ITS-Direktor Jean-Luc Blondel, der erst vor kurzem Gespräche mit Vertretern von Archiven und Opferverbänden in Moskau geführt hatte.

Im Archiv des ITS liegen umfangreiche Aufzeichnungen zu ehemaligen Zwangsarbeitern sowie Häftlingen aus Konzentrationslagern vor, die aus den baltischen Staaten und den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion stammten. „Die Zahl der Zeitzeugen nimmt ab. Deshalb wollen wir es den Betroffenen ermöglichen, noch offene Schicksalsfragen zu klären“, so Blondel. „Dies gilt insbesondere für die Suche nach Familienangehörigen.“

Viele Osteuropäer haben erst seit dem Zusammenbruch des Ostblocks Ende 1989 und der Öffnung der Grenzen die Chance, ungehindert mit dem ITS in Kontakt zu treten. Einige Jahre hatte der Suchdienst vor allem Bestätigungen im Rahmen der Entschädigung für Zwangsarbeiter über die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" ausgestellt. Nun sollen die Schicksalsklärung und Suche erneut in den Vordergrund treten.

Kürzlich ist es dem ITS gelungen, Geschwister aus Australien und Russland wieder zu vereinen. Sie waren als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt und durch den Kalten Krieg endgültig auseinander gerissen worden. „Solche Fälle sind typisch für unsere Arbeit“, bestätigte Margret Schlenke, Abteilungsleiterin Suchdienst und Schicksalsklärung beim ITS. „Bis heute haben die Menschen ein starkes Bedürfnis danach zu erfahren, was im Zuge des Zweiten Weltkrieges aus ihren Angehörigen wurde.“