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Weitere Daten an Partnerorganisationen überreicht

Der Internationale Suchdienst (ITS/International Tracing Service) in Bad Arolsen hat diese Woche weitere Kopien von Datenbeständen an sechs Partnerorganisationen in Israel, den USA, Polen, Frankreich, Luxemburg und Belgien überreicht. Es handelt sich um die ersten 76.000 von insgesamt drei Millionen Korrespondenzfällen sowie die restlichen Unterlagen des Kindersuchdienstes und der allgemeinen, nicht-personenbezogenen Dokumente zur nationalsozialistischen Verfolgung. „Damit haben wir nahezu den gesamten Bestand an historischen Dokumenten aus der NS-Zeit und der unmittelbaren Nachkriegszeit gescannt. Dies ist ein bedeutendes Etappenziel auf dem Weg zur Digitalisierung des Gesamtbestandes“, sagte Djordje Drndarski, Vize-Direktor und Bereichsleiter Archiv beim ITS.

In den kommenden Jahren wird der ITS vorwiegend die Korrespondenz des Suchdienstes mit Überlebenden der NS-Verfolgung, Familienangehörigen und anderen Institutionen scannen. Mit rund 60 Millionen Blatt Papier handelt es sich um das umfangreichste Teilprojekt im Rahmen der Digitalisierung. „Die Anfragen, Briefe und Berichte von Zeitzeugen bieten eine bewegende Darstellung vom Schicksal der Einzelnen“, sagte Drndarski. „Sie fügen die häufig nur fragmentarisch vorhandenen Puzzleteile aus den Dokumenten zu einem Gesamtbild zusammen.“ Die Menschen wandten sich an den Suchdienst, um noch lebende Familienangehörige zu suchen, eine Auskunft über vorhandene Dokumente zu erhalten sowie Nachweise für Entschädigungs- oder Rentenanträge anzufragen.

Die Dokumente des Kindersuchdienstes schildern die Suche nach vermissten Kindern oder nach Familienangehörigen von allein aufgefundenen Kindern und Jugendlichen, die Zwangsarbeit, Verschleppung oder Konzentrationslager überlebt hatten. „Ihre Geschichten erzählen uns viel vom Leid der unschuldigen Kinder. Aber sie berichten auch von den Bemühungen der Alliierten, ihnen den Start in ein neues Leben zu ermöglichen“, berichtet Margret Schlenke, Leiterin der Abteilung Suchdienst und Schicksalsklärung beim ITS.

Die jetzt überreichten Dokumente umfassen knapp 1,4 Millionen Abbildungen (circa 400 Gigabyte). Auf Beschluss des Internationalen Ausschusses, der die Tätigkeit des ITS kontrolliert, kann jeder der elf Mitgliedsstaaten eine digitale Kopie der in Bad Arolsen vorhandenen Unterlagen anfordern. Zu den Empfängern der aktuellen Datenlieferung zählen Yad Vashem in Jerusalem, das US Holocaust Memorial Museum in Washington, das Nationale Institut des Gedenkens in Warschau, das Dokumentations- und Forschungszentrum über den Widerstand in Luxemburg sowie das Belgische und das Französische Staatsarchiv. Auch in der Datenbank des ITS in Bad Arolsen sind die Unterlagen recherchierbar.

Insgesamt hat der ITS bislang rund 88 Millionen Abbildungen an die verschiedenen Einrichtungen überreicht, darunter Dokumente zu Konzentrationslagern, Ghettos und Gefängnissen (ca. 18 Millionen Abbildungen), die Zentrale Namenkartei des ITS (ca. 42 Millionen Abbildungen), Registrierungskarten von Displaced Persons (ca. 7 Millionen Abbildungen), Dokumente zum Thema Zwangsarbeit (ca. 13 Millionen Abbildungen), Unterlagen aus DP Camps und zur Emigration nach dem Zweiten Weltkrieg (ca. 5 Millionen Abbildungen) sowie Bestände des Kindersuchdienstes und die so genannten Sachdokumente (ca. 2 Millionen Abbildungen). Noch offen sind die verbleibenden Korrespondenzfälle des ITS (bisher 1,2 Millionen Abbildungen) mit Überlebenden, Familienangehörigen sowie Behörden, deren Digitalisierung noch einige Jahre in Anspruch nehmen wird.