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Weitere Datenabgabe an Partnerorganisationen

Der Internationale Suchdienst (ITS/International Tracing Service) in Bad Arolsen hat diese Woche weitere digitale Kopien von Archivbeständen an sieben Partnerorganisationen in Israel, den USA, Polen, Frankreich, Luxemburg, Belgien und Großbritannien überreicht. Es handelt sich im Wesentlichen um 224.000 Korrespondenzakten des ITS mit Überlebenden und Familienangehörigen von Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung. „Damit sind jetzt 300.000 von insgesamt drei Millionen Korrespondenzakten gescannt worden“, sagte Djordje Drndarski, Vize-Direktor und Bereichsleiter Archiv beim ITS.

Mit rund 60 Millionen Blatt Papier handelt es sich bei der Korrespondenz um das umfangreichste Teilprojekt im Rahmen der Digitalisierung. Die Menschen wandten sich an den Suchdienst, um noch lebende Familienangehörige zu suchen, eine Auskunft über vorhandene Dokumente zu erhalten sowie Nachweise für Entschädigungs- oder Rentenanträge anzufragen. „Ihre Angaben zum Verfolgungsweg ermöglichen in Kombination mit den Originaldokumenten die Rekonstruktion von Einzelschicksalen und geben Aufschluss über die Entschädigungspolitik der Bundesrepublik Deutschland“, so Drndarski. Nach Ablauf einer Frist von 25 Jahren ist die Korrespondenz auch für die Forschung zugänglich.

Die jetzt überreichten Dokumente umfassen knapp 9,4 Millionen Abbildungen (circa 1 Terabyte). Mit dabei sind auch Nachscans aus anderen Beständen, die bisher erstellten Findbücher des ITS sowie ein Katalog aus dem Jahr 1951, der die damaligen Archivbestände aus den Konzentrationslagern beschreibt. Auf Beschluss des Internationalen Ausschusses, der die Richtlinien für die Tätigkeit des ITS festlegt, kann jeder der elf Mitgliedsstaaten eine digitale Kopie der in Bad Arolsen vorhandenen Unterlagen anfordern. Die historischen Dokumente aus dem Archiv des ITS wurden bereits in digitaler Kopie überreicht. Zu den Empfängern der Datenlieferung zählen Yad Vashem in Jerusalem, das US Holocaust Memorial Museum in Washington, das Nationale Institut des Gedenkens in Warschau, das Dokumentations- und Forschungszentrum über den Widerstand in Luxemburg, das belgische und französische Staatsarchiv sowie die Wiener Library in London. Auch in der Datenbank des ITS in Bad Arolsen sind die Unterlagen recherchierbar.