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Wirtschaftsvertreter informieren sich über den ITS

48 Mitglieder des Arbeitskreises der Wirtschaft für Kommunalfragen Frankenberg/Eder (AFK) besuchten ITS.

48 Mitglieder des Arbeitskreises der Wirtschaft für Kommunalfragen Frankenberg/Eder (AFK) besuchten gestern den International Tracing Service (ITS) in Bad Arolsen, dessen Archiv 2013 in das UNESCO Weltdokumentenerbe aufgenommen wurde. „Ich bin überrascht, dass auch heute noch pro Monat 900 bis 1.000 Anfragen an den ITS gerichtet werden“, staunte Wolfram Klawe, Vorstandsmitglied AFK Frankenberg.

„Die Aufnahme in das UNESCO-Register «Memory of the World» gab den Anstoß für den AFK, das weltweit anerkannte Zentrum für Dokumentation, Information und Forschung über die nationalsozialistische Verfolgung zu besuchen und näher kennen zu lernen“, so Achim Schnyder, Geschäftsführer des AFK Frankenberg. „Wir wollen im Kreis der Unternehmer Multiplikatoren für den ITS sein, da die Aufgaben, die der ITS erfüllt, sehr wichtig sind.“ Die meisten der 48 Teilnehmer waren zum ersten Mal beim ITS. Sie zeigten sich beeindruckt von den vielfältigen Aufgaben, die ihnen von der amerikanischen Historikerin Prof. Dr. Rebecca Boehling, seit 2013 Direktorin des ITS, und einigen ihrer Mitarbeiter vorgestellt wurden. „Wir freuen uns sehr, dass über den AFK Frankenberg so viele interessierte Wirtschaftsvertreter den Weg zu uns nach Bad Arolsen gefunden haben“, erklärte Prof. Dr. Rebecca Boehling. „Die Wirtschaft ist als Multiplikator für den ITS mit seinen erweiterten Aufgaben eine Chance, zum Beispiel mehr Bildungsangebote für junge Menschen zu realisieren und damit einen wichtigen Beitrag zur Arbeit gegen das Vergessen zu leisten.“ Sie berichtete den interessierten Gästen zudem, dass der ITS dringend neue Archivgebäude benötige. Nur so könne die dauerhafte und dem Titel des „UNESCO-Weltdokumentenerbe“ gerecht werdende Aufbewahrung der Dokumente gewährleistet werden.

Eine Institution im Wandel

Der ITS ist vielen Menschen vor allem als Institution für humanitäre Suchangelegenheiten bekannt. Tatsächlich gehen bis heute tausende Anfragen von Überlebenden des nationalsozialistischen Terrors sowie Familienangehörigen der Opfer ein. Margret Schlenke, die Leiterin Suchdienst und Schicksalsklärung, berichtete von aktuellen Anfragen, bei denen auch knapp 70 Jahre nach dem Untergang des NS-Regimes noch immer Familien zusammengeführt werden können. „Dass die Suche nach vermissten Angehörigen noch heute erfolgreich durch die Arbeit des ITS abgeschlossen werden kann, beeindruckt mich zutiefst. Der Erfolg ist nur durch die akribische Suche der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ITS möglich“, sagte Wolfram Klawe.

Die ITS-Direktorin wies darauf hin, dass sich der ITS darüber hinaus jedoch mit seinem weltweit einzigartigen Archivbestand zu einem Forschungs- und Bildungszentrum entwickelt, das internationale Wissenschaftler nach Bad Arolsen führt. Ein aktuelles Beispiel für die Neuausrichtung ist die ITS-Ausstellung »„Wohin sollten wir nach der Befreiung?“ Zwischenstationen: Displaced Persons nach 1945«, die im September in der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main eröffnet werden wird.